• Robert Hitthaler Robert Hitthaler in "Kick Out Your Boss"
  • Robert in "Kick Out Your Boss"
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Unsere angelernte Einstellung zu Arbeit steht unter keinem leuchtenden Stern

Robert Hitthaler erzählt im Film “Kick Out Your Boss” offen und sehr persönlich über sein Verhältnis zu Arbeit. Seit den Dreharbeiten hat sich bei ihm viel verändert. Warum Robert zurzeit arbeitslos ist und versucht, das zu genießen, und warum er für ein bedingungsloses Grundeinkommen ist schreibt er in diesem Text.

Robert: Nachdem ich ein Jahr bei EnGarde tätig war, hat es mich zu einer großen Firma verschlagen, als Teamleiter mit sehr guten Arbeitsbedingungen und einer guten Bezahlung. Es hätte vieles für eine Fortsetzung dieser Anstellung gesprochen, aber wie das (Berufs-)Leben eben so spielt, ist nicht immer alles nur Gold, das glänzt.

Nun bin ich zum ersten Mal in meinem Leben arbeitslos und versuche diesen Zustand soweit wie möglich zu genießen, was nicht immer leicht ist, denn wie die Medien und die Politik uns oktroyieren, ist es verdammt schwer heutzutage noch einen qualifikationsadäquaten Job zu finden mit einer dementsprechenden Bezahlung. Arbeiten werden wir ohnehin bis 70 müssen – so wies aussieht. Also durchaus rosige Aussichten ;)

Aber was ist schon Arbeit? Vielmehr Berufung würde ich sagen. Denn arbeiten, um Geld zu verdienen, ist die falsche Herangehensweise. Deswegen sehe ich ein bedingungsloses Grundeinkommen als Grundvorraussetzung, um unsere Gesellschaft wieder einzurenken. Wieviele Menschen üben einen Job aus, den sie gar nicht wollen, nur weil sie ein Auskommen mit ihrem Einkommen finden müssen. Die Situation wäre eine andere mit bedingungslosem Grundeinkommen. Denn dann müssten die Firmen selbst beginnen umzudenken und die Angebote ihrer Stellen dementsprechend attraktiver gestalten, um die richtigen Menschen anzusprechen und zu überzeugen, mit ihnen zu arbeiten. Der Arbeitsuchende ist dann nicht mehr Bittsteller, sondern der Arbeitgeber. Ein notwendiger Paradigmenwechsel!

Somit kann ich nur eins mit auf den Weg geben: Ehrlich zu sich zu sein und wirklich herauszufinden, was einem Spaß macht und einen erfüllt. Alles andere ist extrinsisch motiviert und dieser Manipulation erliegen wir jeden Tag durch unsere Gesellschaft, die uns Erfolg unter falschem Namen verkauft. Erfolg ist mehr als nur Anerkennung, Zertifikate, Statussymbole und monetäre Entlohnung! Zusammenhalt, Verständnis für einander und Spaß an deinem Tagwerk sind wohl eher Voraussetzungen, einen gesunden Schlaf zu garantieren und dann frohen Mutes jeden Tag aufstehen zu wollen.
Hierarchien sind zudem oft auch nicht notwendig, sondern schaffen Klüfte in Einkünften und Verhaltensweisen. Soziale Regeln im Umgang mit sich selbst und mit Kollegen wären viel notwendiger. Denn daran hapert es in unserer Arbeitswelt am meisten.
Einigem davon stehe ich machtlos gegenüber, aber vieles davon kann ich selbst ändern.

Das einzig Stetige am Leben ist seine stetige Veränderung.

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