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  • SONY DSCArnold Pöschl

Menschen vor meiner Kamera bringen mich zum Strahlen

Ich treffe Arnold in einem meiner Lieblingsgasthäuser, im Wild. Arnold erzählt mir von seinem Fotoprojekt, für das er Menschen an deren Arbeitsplatz fotografiert. Eine gute Art, die Welt zu bereisen und Momente einzufangen. Ich frage ihn über seine Arbeit und warum er dort gelandet ist, wo er gerade steht.

Von Elisabeth Scharang

Arnold: Das ist ein schönes Viertel, wo ich so selten bin. Da ist so ein schön verziertes Gebäude – da hinten.

Du meinst das hässliche Ministerium?

Beim Vorbeigehen habe ich gedacht: Das fällt auf.

Ja, das stimmt. Man kann ja durch vielfältige Dinge auffallen.

Wie die Identitären jetzt leider.

Allerdings. – Erzähl mir, wo du herkommst.

Ich bin ursprünglich aus Klagenfurt, bin dann nach Graz und schließlich weiter nach Wien. Und jetzt kann ich nicht mehr weg!

D.h. du bist kein Rückkehrer?

Nein. Aber mein Ziel war immer, mit der Fotografie im Sommer möglichst viel in Kärnten arbeiten zu können.

Was hast du studiert?

Geschichte und dann habe ich Fotografie auf der Grafischen gemacht.

Auch ein interessanter Wechsel.

Ich bin seit 2009 selbständig. Es hat Phasen gegeben, wo ich mir gedacht habe, oje, das geht sich nicht aus und ich mir gewünscht habe: Vielleicht wäre es gescheiter, ich kriege gar keine Aufträge mehr und muss was anderes machen. Aber dann ist es plötzlich losgegangen.

Hast du dich spezialisiert? Womit verdienst du so dein Geld?

Mit Werbeaufträgen, ich fotografiere für Magazine. Und ich illustriere Bücher, Kochbücher zum Beispiel. Für einen Berliner Verlag vegane Kochbücher, obwohl ich selbst kein Veganer bin. Das läuft ganz gut.

Wie baut man sich so etwas auf?

Ich habe die Grafische gemacht und während der Grafischen ein Praktikum in New York. Dort habe ich viel gelernt von den amerikanischen Fotografen. Mir ist aufgefallen, dass sie nicht so marketing-scheu sind wie die österreichischen Fotografen. Bei uns gilt: Der Kunde soll sich bei mir melden, nicht ich beim Kunden.

Außerdem ist es dort total normal, sich ein Portfolio machen zu lassen von Leuten, die wirklich nur editieren und sagen, so muss dein Portfolio ausschauen, damit du an eine bestimmte Art von Kunden kommst. Z.B. wenn du zu einem Buchverlag willst.

Du wusstest, welche Kunden du haben willst?

Nein, ich habe am Anfang alles gemacht, von Hochzeiten bis zu Events. Alles, was hereingekommen ist, jeden kleinen Auftrag. Es war oft so, dass ich für einen Mini-Auftrag nach Kärnten gefahren bin, eine halbe Stunde fotografieren und dann bin ich wieder zurück nach Wien, aber ich wusste: daraus ergibt sich vielleicht etwas anderes.

Die Autobiographie von Stephen King ist sehr spannend, über das Leben und über das Schreiben. Er hat eine Kiste, wo er alle Briefe mit Absagen gesammelt hat von Kurzgeschichten. Er hatte damals tausend Absagen bekommen bevor der Erfolg kam.

Woher hast du das Durchhaltevermögen?

Meine besten Freunde sind Ärzte. Einer ist nach Leipzig gegangen und einer hat gleich in der Steiermark und in Kärnten den Turnus gemacht, sie haben gleich Jobs gehabt und Geld. In der Studienzeit habe ich noch Halbwaisenrente gekriegt und war viel auf Reisen, am Schluss des Studiums aber schon nicht mehr. Da habe ich mir Equipment gekauft und gespart und das Praktikum in New York gemacht, das war auch nicht bezahlt und das musste ich finanzieren. Da bin ich nicht weggefahren wie meine Kumpels nach Costa Rica. Ich war da und habe halt gearbeitet. Ich sehe es heute noch so wie ein Kind: Du musst dich darum kümmern, auch wenn es dir nicht Freude macht, aber du kriegst viel Liebe zurück. Jeden Tag .

Aber es hat schon Phasen gegeben, wo ich mir gedacht habe: Au weh.  Jänner und Februar sind in meiner Branche ruhiger. Es meldet sich überhaupt keiner. Und dann bin ich mit zwei Kollegen in einen Co-Working-Space gegangen in Klagenfurt, Hafen11 . Das war der erste Co-Working Space in Kärnten. Barbara Abel ist total engagiert. Und dort habe ich Meinesgleichen gefunden. Weil sonst redest du mit deinem Kumpel, der Arzt ist, und er erzählt dir halt, wie toll das ist, einen sicheren Beruf zu haben und du denkst dir, na super, hätte ich schon langsam auch gern. Aber dann hat das alles gegriffen, also vieles.

Was in diesem Co-Working Space hat dich so gestützt?

Der Co-Working-Space war gut, weil es war eine Zeit, wo nicht so viel gegangen ist und ich habe von zu hause aus gearbeitet. Im Co-Working-Space habe ich ganz viele Leute getroffen mit ähnlichen Gedanken und Sorgen: Wie zahlst du SVA? Wie zahlst du die Steuern? Meine anderen Freunde haben das nicht, weil sie nicht selbständig sind. Und das hat auch den meisten Druck erzeugt.

Dass ein paar Freunde von mir nicht verstanden haben, was ich da mache oder will. Ich habe gesagt, ich möchte einfach selbständig sein wie die Fotografen, denen ich assistiert habe. Weil ich gemerkt habe: Sie kommen heim und pfeifen noch und sind glücklich und nehmen voll viel mit aus ihrer Arbeit. Das ist auch oft bei Jobs bei mir, dass ich mir denke: Wow, das war ein echt cooler Tag!

Und warum haben deine Freunde das nicht verstanden?

Ein paar eh. Aber ein paar waren halt so auf Sicherheit, vielleicht auch Neid. Wenn ich mir denke, dass manche Leute, die ich kenne, seit fünf Jahren jeden Tag zum selben Ort gehen. Bei mir ist alles sehr, sehr unterschiedlich.

Dann habe ich irgendwann einmal gedacht, ich möchte das auch fotografieren, die Berufe. Weil das ist ja ein Privileg, dass ich Fotograf bin. Das haben ja nicht alle, schon gar nicht in anderen Ländern. Ich habe mich mehr und mehr mit diesem Frithjof Bergmann beschäftigt, mit „Neue Arbeit, neue Kultur“. Ich wollte so ein Buch machen über Arbeit und das möglichst weltweit, weil ich auch gerne reise. Ich wollte aber nicht ein Buch mache, wo ich einen Lachsfischer in Alaska aus dem Helikopter fotografiere, sondern ganz normale Berufe. Eigentlich das, wo man immer fragt: Was machst du. Bei mir war der Standard: „Fotograf“ – „Und kannst du davon leben?“ Das ist Standard.

Und ich habe viele freie Projekte gemacht und dadurch wieder Leute kennengelernt, die auch so denken oder etwas erleben wollen, die es auch genießen, der eigene Chef zu sein.

Mein Vater war Arzt, er ist ganz früh weg aus dem Krankenhaus. Er hat immer gesagt, mache nicht Medizin, das ist zu zach. Aber in der eigenen Ordination hat es ihm schon Spaß gemacht. Er hat mich immer ermutigt, etwas zu finden, das mir taugt.

D.h. du hast ziemlich Unterstützung gehabt von deinem Vater?

Er ist früh gestorben, ich war 21. Ich habe die Halbwaisenrente bekommen und gewusst, ich muss bis zum 27. Geburtstag von der Fotografie leben können. Dann habe ich noch ein Praktikum gemacht im Kunsthistorischen Museum, einem der wenigen Orte, wo Fotografen noch tatsächlich angestellt sind.

Wie bist du auf das gekommen?

Der Chef, Stefan Zeisler, hat das Ganze selber aufgebaut dort. Auf der Grafischen hatten wir immer so Tage, wo Absolventen kommen und aus ihrem Berufsalltag erzählen. Er war auch einmal da und ich bin zu ihm hin, weil er gesagt hat, es gibt Praktika bei ihm. Er hat gesehen, dass ich total ehrgeizig war, dann hat er mir, als die Halbwaisenrente aus war, eine Karenzvertretung von vier Monaten gegeben. Da war ich angestellt als Fotograf.

Du fotografierst ja auch Essen. Ist das ganz anders als Menschen zu fotografieren?

Ja. Beim ersten veganen Kochbuch habe ich von jedem Gericht zwanzig, dreißig Fotos gemacht. Jetzt mache ich zwei pro Gericht. Du arbeitest eh mit einem Food-Designer.

Worauf kommt es dabei an?

Schlussendlich, dass es so ausschaut, dass es Appetit macht. Aber z.B., was ich jetzt nie gemacht habe, ist so mit Lack ansprühen. Es war wirklich alles zum Essen.

Die ersten Food-Fotos habe ich so gekriegt mit dem Portfolio: Ich habe einfach ein paar  der Kreativ- und Food-Designer aus diesem Falter-Verzeichnis angeschrieben und gefragt, ob sie Fotos bräuchten – Tauschgeschäft – und ich würde die Lebensmittel zahlen, dass man zum Kochen braucht. Einer hat das mit mir gemacht und dann habe ich fünf, sechs Fotos gehabt von Speisen. Die Fotos waren nicht so besonders. Wenn ich es alleine mache – ich kann es nicht gescheit anrichten. Auch, wenn ich gerne koche.

Und in welchem Stadium ist das Arbeitsbuch-Projekt, für das du Menschen an ihrem Arbeitsplatz forografierst?

Ich möchte noch in Österreich ein paar Leute fotografieren. Ich habe noch ein anderes Projekt mit einem zweiten Fotografen, wo wir Leute fotografiert haben, die beim Gezi-Park bei den Protesten dabei waren. Jetzt wollen wir das in anderen Ländern auch machen. Wir wollen als nächstes nach Ägypten fahren, dort werde ich auch schauen, dass ich Leute bei der Arbeit fotografieren kann. Ich wollte es bis Ende des Jahres fertig fotografiert haben, aber ich habe keinen Druck dabei. Wenn es ein bisschen länger dauert, der Verlag ist ein Kumpel von mir, er hat gesagt, du kannst publishen, wann du willst.

Aber ich möchte es nächstes Jahr fertig haben. Auch, weil ich es dann nicht mehr machen will. Ich möchte es jetzt auch abschließen für mich.

Was ist das erste Bild, das dir einfällt zu deinem Arbeitsfotoprojekt?

Die russische Kellnerin. Das war so einfach. Du wirst mich sicher fragen, wie ich die Leute erwische. Und das war simpel, weil sie mir den Kaffee serviert hat und ich habe gefragt, kann ich dich fotografieren. Sie wollte sich noch  schnell die Haare richten.

Sonst habe ich immer Orte gewählt, wo -wie in New York- Verwandte oder Freunde von mir sind. Wo es einfach geht. Wo ich sagen kann, könnt ihr mir ein paar Emailadressen geben von Freunden und Bekannten?

Ich finde das auch bei der Plattform so interessant, weil jeder Mensch eine Geschichte hat. Es ist nicht so, dass ich speziell Leute suche. Die Sachen ergeben sich. (…Warschau…) Es bereichert das eigene Reisen so. Es ist eine gute Motivation, sich wohin zu bewegen, auch in der eigeenn Stadt.

Einer meiner besten Freunde, der mich von Anfang an supportet hat, da waren wir zusammen in Südindien, wo ich auch für meine Projekte fotografiert habe. Ich habe das kombiniert aus Arbeiten und Surfen. Es waren keine Wellen, aber Arbeiten und Urlaub danach. Er ist voll oft mitgegangen, ihm hat das so getaugt, er hat mir das Licht gehalten. Auf seinen anderen Reisen wäre er mit den anderen Touris oder am Surf-Strand und lerne einen Einheimischen kennen, wenn er dir eine Kokosnuss verkauft. Man beschäftigt sich halt nachher.

Hast du  neue Eindrücke oder Gedanken durch dein Projekt gekriegt?

Dass ich bestärkt bin, diesen Beruf weiter zu machen, und dass man Leute nicht so aburteilen darf, wenn sie einen Beruf machen, der mir halt nicht taugt.

Wenn ich einmal nicht mehr fotografieren könnte, das wäre wie wenn ich einen Arm verlieren würde oder ein Bein. Das ist so mit mir verwachsen. Ohne dem , wäre es ganz – das wäre echt gleich.

Wie gehst du um, wenn du Leerläufe hast oder merkst, es ist finanziell grad schwierig? Also mit Sorgen überhaupt?

Wenn ich Leerläufe habe, schaue ich, dass ich Marketingsachen mache. Dass ich meine Webpage wieder aufmöbliere. Ich habe einen super Tipp gekriegt von Lukas Beck. Ihn habe ich angerufen, wie eine dieser Phasen war, und er hat gesagt: „Ich tue ja immer nur so cool vor dir, Arnold, aber letztes Jahr habe ich auch einen ziemlichen Leerlauf gehabt im Jänner und Februar. Aber du musst immer ein freies Projekt in deinen Kalender hinten hineinschreiben und einfach, wenn du Zeit hast, und aus dem freien Projekten wird sich wieder was ergeben“.

Bei ihm war es so, dass er ein Buch über die Tierpfleger im Tiergarten gemacht hat und danach einen Dokumentarfilm.

Ich mache das mit „Work“ so.

Diese Woche war sehr viel zu tun in Wien und in Kärnten, nächste Woche bin ich wieder in Kärnten, da ist es wieder ruhiger und ich treffe wieder Leute. Ein paar von einer Werbeagentur, einige Theatermenschen, die inzwischen auch gut befreundet sind. Das macht auch Spaß. Ein paar werde ich fotografieren, dazwischen schwimmen gehen. Inzwischen finde ich Ruhe.

D.h., da ist es ganz wichtig, dass man das Fotografieren und das Arbeiten und das Geld durchaus manchmal auch trennt.

Ja.

Dass man nicht immer nur die Kamera in die Hand nimmt, wenn man eine Kohle dafür kriegt.

Das ist richtig, Es sind die coolsten Jobs eh die, für die man wenig oder gar nichts bezahlt bekommt. Hin und wieder macht ein Werbejob auch Spaß, „hat gut gepasst, war sehr fein“, das ist auch super, wenn du ein Lob kriegst.

Ich denke es mir jetzt bei diesen freien Projekten, das mache ich mit einem Kollegen, mit Hans Hofstöger mache ich dieses Gezi-Park-Projekt  – alleine in Istanbul die Menschen zu treffen, die bei den Demonstrationen dabei waren, mit ihnen mindestens eine Stunde zu sprechen, wir sind alle zurückgekommen unglaublich inspiriert und mit einem schönen Gefühl. Wir haben nur noch gestrahlt ein halbes Jahr. Obwohl es ein ernstes Thema war und bitter für die, aber sie haben so viel Energie und Leidenschaft. Da kommst du halt nur dazu über das, was Hans und ich machen.

Und du kriegst einen anderen Blick auf die Welt.

Genau. Es ist wie beim Geschichte-Studium, und mein Großvater war auch Historiker und hat das auch gesagt: Je mehr du lernst in Geschichte, desto weiter wird, was du nicht weißt. Mehr Fragen und Sachen tauchen auf. Dort und da könnte ich was machen.

Du redest oft davon, dass Leute pfeifen oder strahlen. Ganz oft ist es aber nicht so.

Ja.

Also viele Leute strahlen nicht.

Ja. Vielleicht finde ich es so besonders, wenn es wer tut.

Hast du das Gefühl, du könntest benennen, was da das Thema ist?

Bei den Leuten, die strahlen?

Bei denen, die nicht strahlen.

Das können viele Faktoren sein. Bei mir ist es auch privat, meine Mutter ist krank und das ist halt jetzt auch nicht immer nur schön. Aber da kriege ich durch den Beruf gute Ablenkung und gute Energie.

Für mich persönlich ist es echt, dass man etwas findet, was einem taugt. So simpel oder so banal die Ansage ist.

Aber das ist so schwierig oder viele Leute haben das gar nicht am Radar; dass sie sich denken, das ist gar nicht eine Option für mich, dass ich etwas mache, was mir taugt, sondern ich muss irgendetwas finden.

Da ist sicher viel drin dieses  „Du musst halt tun, was man tun muss“.  Damals, wie ich so behütet aufgewachsen bin, bin ich Skateboardgefahren und mein Papa war Arzt, ich habe gesehen, er verdient gut, also werde ich auch Arzt werden. Aber sobald es ernster wurde, war es doch nicht so das Wahre für mich. Dann das Geschichte-Studium, ich war immer am Suchen. Damals war ich auch noch nicht so, wie du vorhin gesagt hast, dass ich ins kalte Wasser hupfe und gleich auf eine FH oder auf die Grafische gehe. Sondern ich habe mir eher die Zeit genommen, zu schauen und zu warten. Aber ich war auch unruhig: Was mache ich dann? Man stellt sich die Sachen anders vor, als sie wirklich sind.

Es ist bei mir jetzt auch nicht jeden Tag nur superfein, aber das ganze Bild gefällt mir. Dass ich meine eigene Firma habe und zwischen Klagenfurt und Wien herumkomme und dann wieder einmal auf Reisen gehe, Ausstellungen mache, Jobs mache. Aber natürlich ist es auch: Deadlines, Arbeiten.

Ich wäre viel zu unruhig, jeden Tag wohin zugehen, immer das Gleiche zu machen und jeden Tag dieselben Leute zu treffen. Das wäre es irgendwie nicht.

Gibt es etwas, was dich stresst oder aus der Bahn wirft?

Schon, wenn sich nach einer Zeit weniger tut. Dann denke ich mir: Uuuh, da hat beim letzten Auftrag etwas nicht gepasst. Weil ich doch Kunden habe, die regelmäßig kommen. Da kann ich schon aus der Ruhe kommen. Dann ist irgendwie eine banale Antwort: Jede Firma macht auch nicht permanent Porträts von allen Mitarbeitern.

Leerläufe stressen mich. Ich lege halt auch viel weg und spare.

Gibt es etwas,  das du besonders gern machst?

Menschen fotografieren. Diese Kochbücher machen ist super, die Fotos, aber auch das Team rundherum. Es ist so, dass man einen echt schönen Tag hat und zusammen ist mit vielen Leuten. Aber wenn ich alleine bin, die freien Projekte haben mir sehr getaugt: Diese Porträts von Menschen an deren Arbeitsplätzen. Wo du einen fremden Menschen triffst. Du kommst in einen intimen Bereich, und den Menschen gefällt das. Auch die Menschen vom Gezi-Park. Ich habe immer diese Zeitungsbilder gesehen, du siehst immer nur Masse. Sie kämpfen und müssen auf die Straße gehen für Sachen, die für uns selbstverständlich sind. Es war interessant, sie zu treffen und zu erfahren, warum sie das wirklich machen.

Wenn sie ein Gesicht und einen Namen haben.

Ja. Da geht es gar nicht darum, dass das Fotografieren an sich Spaß macht. Das ist eh in drei Minuten erledigt, denn du kannst nicht lange im Gezi-Park fotografieren, weil die Polizei aufmerksam würde oder wahrscheinlich passt man selber auf.  Aber dann sitzt du noch dort und redest. Das ist sehr cool.

Und das mit dem Wien-Buch gefällt mir auch gut, dass man Wien auch wieder so wahrnehmen muss, genau schauen muss und spazieren muss.

Das Haus dort wahrnimmt!

Genau.

http://www.arnoldpoeschl.com

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