• 1© Ariane Konrad

In meinem Universum

fühle ich Zufriedenheit und Zuversicht. Ich wünsche mir dass wir wieder zu Menschen werden und uns als solche auch respektieren!

Ariane Konrad: Ich bin Grafikdesignerin. Das habe ich gelernt, habe auch um meinen Beruf herum andere Erfahrungen gesammelt und unterrichtet.. und nichts wäre so, wie es jetzt ist,

Von Ariane Konrad und William

.. ohne alle Erfahrungen. Es ist schwierig, eine Sache hervorzuheben, oder von den anderen zu trennen.

Besondere Erlebnisse?

Ariane Konrad: Zur internationalen Gartenbauausstellung in Hof habe ich an einem Kindererlebnishaus mitgewirkt. Das Haus war ein begehbarer Spatenstich, in dem innen die Wurzeln hingen und auf dem Dach die Wiese wuchs. Es gab Fühl- und Richkästen und riesengroße Schaukästen, in denen man die Tierwelt unter der Erde betrachten konnte.

Sonst noch… gewöhnungsbedürftig war am Bau das frühe Aufstehen die Arbeitsbekleidung, die Kälte im Freien und im Dreck zu arbeiten. Dann ein Cateringservice bei einer Filmproduktion, die Beleuchter die in die Töpfe schauten, ob sie auch ja satt werden, und die Models schauten, ob es leichte Kost gab. Nicht zu vergessen meine Zeit als Designerin für Swatch-Uhren, zwischen München, Biel und Mailand und in drei Sprachen. Ein Traum.

Und als Fotoasistenz gewann ich Respekt an der Fotografie. Und es hat mir den Aufwand eines Shootings veranschaulicht. Zu meiner Arbeit, da würde ich gerne den Introtext meiner Website nutzen:

Ideenschmiede für: Corporate-, Karten- und Produkt-Design, Illustration und Buchgestaltung, Direct Mailing und Guerillapromotion mit Hilfe eines Netzwerks wird der komplette Entwicklungsprozess auf verantwortungsvolle Weise und mit Wertschätzung für Materie, Material und Mensch von ART_63 übernommen. Ziel ist ein nachhaltig entwickeltes Produkt, das zum Kunden passt – egal, ob Querdenker oder Big Business

Eine Agentur im sogenannten Taschenformat. Bei der Produktion lege ich sehr großen Wert auf Handarbeit und auf „heimische Erzeugnisse“.

Ich arbeite von zuhause.

Wieviele Stunden?

Keine Ahnung. Ich schau’ mal auf Paymo Moment… 20 Stunden! Aber das sind nur reine Gestaltungsstunden am Rechner. Ich arbeite höchstwahrscheinlich 35 bis vierzig Stunden in der Woche; wenn ich in dem Pensum arbeite, kann ich schon davon leben oder überleben. Allerdings mache ich das noch nicht so lange, da ich bis Dezember arbeitslos war, und ich deshalb mit der Kontinuität noch nicht so viel Erfahrung sammeln konnte.

Gemeinschaft…

ist mir sehr wichtig. Ich arbeite im Netzwerk und manches mal im Team.

16 Jahre lang war ich als Dozentin in einer angesehenen Grafik-Schule in München; als Mutter ist das  sehr praktisch gewesen, denn es gab feste Arbeitszeiten. Allerdings keinerlei Aufstiegsmöglichkeiten. Das Geld reichte grad für die Miete. Die Anforderungen und Verantwortung als Semesterleiterin waren jedoch hoch.

Mit drei anderen Kollegen versuchten wir eine neue Design-Schule zu gründen, leider scheiterten wir am Bürokratischen und an der Finanzierung.  Es war ein viel zu großes Projekt, und mir fehlte der wahre Teamgeist. Auch verlor’ ich den Überblick über die Ausgaben. Einfach eine Nummer zu groß, da bekam ich Angst, und stieg aus. So stand ich vor dem Nichts.

Ein Darlehen von meinem Bruder verhalf mir die Zeit in die Selbständigkeit zu überbrücken, um meine Kinder zu versorgen, meine Miete zu zahlen, und mein Label art63 aufzubauen. Danach meldete ich mich bei der Jobbörse, um mich bei den Anfangsschwieigkeiten zu unterstützen.

So war ich sechs Monate arbeitslos. Bin jetzt so froh, endlich selber zu gestalten. Lange genug habe ich Gestaltungsgrundlagen und Zeichnen gelehrt.

 Was macht mich glücklich…

Mein Beruf. Eigentlich jede Herausforderung.

“Mit Leidenschaft gestalten: In­spiriert durch Auftrag und Gedanken meiner Kunden entwickle ich meine erste Ideen. So kommt der kreative Prozess in Gang und führt zu einem Konzept, das sich im Wechselspiel zwischen disziplinierter Arbeit und schöpferischer Freiheit entfaltet. Die Ideen werden transformiert und in Form gegossen”

Ich bin mein eigener Ideenschmied, liebe es zu gestalten und habe Freude am Kontakt zur Aussenwelt. Glücklich bin ich beim Zeichnen und zusammen mit meiner Freundin und Illustratorin hoffe ich, dass unsere Geschichten und Bilder bald lebendig werden und den Weg ins Freie finden.

Nachhaltigkeit..

ist mir immer schon sehr wichtig gewesen, bin ein alter Hippie. Meine Arbeit soll respektiert und wertgeschätzt werden, auch ich schätze die Arbeit anderer und die soll auch dementsprechend belohnt werden. So arbeite ich zum Beispiel mit einer Druckerei (einem Familienbetrieb) aus Niederbayern zusammen. Der Kontakt zu den Menschen ist mir sehr wichtig, ich brauche einen Ansprechpartner. Meine Kunden möchte ich von Qualität überzeugen; so empfehle ich auch hochwertiges Papier. Online Billigdrucke sind für mich ein No-Go.

Was zum Kunden passt, ist dann eine Frage. Mein Einfühlungsvermögen und meine Vorstellungskraft helfen mir, dem Kunden eine Struktur zu geben und seiner Geschäftsidee eine eigene Identität zu verleihen.

Utopien..

Nichts ist wirklich utopisch. Utopie hört sich nach was Unerreichbarem an.  Vielleicht sollte man Utopie in Visionen umwandeln, und sich step by step auf den Weg machen. Dienstleistungen sollen wieder ihren Stellenwert bekommen und die Billigblase zum Platzen bringen.

In meinem Universum fühle ich Zufriedenheit und Zuversicht; ich wünsche mir dass wir wieder zu Menschen werden und uns als solche auch respektieren!

Was würdest du machen gäbe es ein bedingungsloses relevantes Grundeinkommen?

Die Miete damit zahlen!

 

 

 

 

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