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Eine Form der gesellschaftlichen Organisation

Arbeiten ist für Zhuo Wang im klassischen Sinne eine Form der gesellschaftlichen Organisation. Was sie in Salzburg macht und was sie vorhat, hat Zhuo uns in Antworten zu sieben Fragen mitgeteilt.

Von Zhuo Wang via 7 Q 

Welchen Beruf hast du gelernt? Oder Hast du einen Beruf gelernt?

Ich habe im klassischen Sinne einer Lehre keinen Beruf gelernt. Momentan bin ich Psychologiestudentin in Österreich und werde ab Herbst einen akademischen Lehrgang zur Beratungspsychologin in Großbritannien beginnen.

Womit verdienst du dein Geld?

Studentische Jobs: Studienassistentin sowie Projektassistentin an der Uni und psychologische Aushilfskraft in einer betreuten Wohneinrichtung. Außerdem monatlich kleine finanzielle Spritze der Eltern.

Kannst du dir vorstellen, etwas ganz anderes zu tun?

Auf jeden Fall ! ! !

Magst du dein Arbeitsumfeld?

Grundsätzlich fühle ich mich gut aufgehoben, auch wenn Uni und Klinik auf die Dauer erschöpfen. Das liegt einerseits daran, dass ich etwas tue, was ich sowieso immer tun wollte (mit Menschen arbeiten, über menschliche Beziehungen forschen). Andererseits gewähren mir meine Vorgesetzten auch sehr viel Freiheit. D.h., ich darf Ideen einbringen, die auch gehört und diskutiert werden, ich fühle mich als Mensch und in meiner Tätigkeit wertgeschätzt.

Was verursacht dir Stress?

Wenn ich hinter der Aufgabe keinen Sinn für mich oder andere erkennen kann. Wenn keine wertschätzende Kommunikationskultur herrscht. Wenn man sich auf andere KollegInnen nicht verlassen kann. Wenn persönliche Machtspiele Überhand nehmen. Wenn ich nicht meiner Person und Ausbildung angemessen Aufgaben und Verantwortung zugeteilt bekomme. Wenn ich keine Unterstützung bekomme, wenn ich sie brauche. Wenn ich nicht ernst genommen werde.

Kannst du dir vorstellen, nicht mehr zu arbeiten?

Ja und nein. Arbeiten ist für mich im klassischen Sinne eine Form der gesellschaftlichen Organisation. Menschen arbeiten, damit sie sich ans System anpassen und der Alltag in einer Gesellschaft geregelte Strukturen erhält. Das Geldsystem verblendet obendrauf und schafft Abhängigkeiten. In diesem Fall: Ja. Arbeiten bedeutet für mich aber auch, Dinge (gemeinsam) zu tun, die sinnvoll sind und Freude bereiten und das Leben einfacher oder vielfältiger oder interessanter gestalten. In diesem Fall: Nein.

Was macht dich froh/glücklich?

Selbstbestimmung. Partizipation. Gemeinschaft. Die Möglichkeit, vielfältige Lebensrealitäten erfahren oder beobachten zu dürfen. Musik. Sicherheit vor Krieg und Gewalt. Die Freiheit, sich für jeden Weg einsetzen zu dürfen, den man sich entscheidet, zu gehen. Füreinander einstehen. Miteinander gestalten. Gesundheit. Freunde und Familie. Integrität.

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