• © Uwe Lübbermann © Uwe Lübbermann

Eine echte Parallelwelt!

„So toll!“, findet Uwe Lübbermann jene Art zu wirtschaften, die er selbst seit zwölf Jahren mitgestaltet und mitträgt. Die Geschichte von Premium Cola eilt ihm bereits tausende Kilometer voraus.
“Das Premium-Kollektiv umfasst theoretisch alle, die in irgendeiner Weise beteiligt sind: Hersteller, Spediteure, Händler, Gastronomen und insbesondere auch Konsumenten. Jede/r der/die mal eine Flasche getrunken hat, ist ein Beteiligte/r und kann mitlesen sowie mitreden.” Und wie schaut die Umsetzung dieses Systems für Uwe Lübbermann aus? Antworten von ihm auf unsere 7 Q.

Welchen Beruf hast du gelernt? Oder: Hast du einen Beruf gelernt?

“Gelernt” meint eine offizielle Ausbildung, oder? Habe ich, aber viel wertvoller sind m.E. vielseitige Berufserfahrungen. Blumenbote, Bauarbeiter, Barkeeper, Skateboarder, Billardspieler, Behindertenbetreuer, Kurierfahrer, Wirtschaftspsychologie studiert, Gaszählerableser, Werbekaufmann gelernt, Lokalisierer, Marketingleiter, EU-Großprojekt-Koordinator, alternativer Gründungs- und Unternehmensberater, und: zentraler Moderator des Premium-Getränkenetzwerks.

Womit verdienst du dein Geld?

Das Finanzamt glaubt, dass ich Getränke kaufe und verkaufe. Das stimmt nur bedingt; eigentlich lebe ich davon, einige zehntausend Endkunden und über 1650 gewerbliche Partner so zu moderieren und zu balancieren, dass dabei bessere Lösungen herauskommen als die “normale” Wirtschaft sie schafft. Das mache ich seit über zwölf Jahren.

Kannst du dir vorstellen, etwas ganz anderes zu tun?

Nein. Ja. Also: Meine Rolle in dem Premium-Netzwerk liegt mir und erfüllt mich sehr, und ich habe insgesamt fünf Löhne dafür (Auskommen, Stabilität, Freiheit, Erfüllung, Reichweite), ich kann mir im Moment nicht vorstellen, etwas anderes zu machen.

Aber ich würde auch gerne mal als Busfahrer oder Lokführer arbeiten, mehr Unternehmen in Richtung Nachhaltigkeit / Gemeinwohl / Postwachstum beraten, mehr an Unis lehren, mehr Skateboard fahren, wieder als Barkeeper arbeiten, oder was ganz anderes…

Magst du dein Arbeitsumfeld?

Ja. Ich habe einen Schreibtisch zuhause und bin dort im Schnitt jeden zweiten Tag, ansonsten bin ich irgendwo in Deutschland, Österreich, Schweiz per Bahn unterwegs zu Vorträgen und Kunden. Mich zwingt aber niemand dazu, ich kann mir alles frei einteilen und liebe das sehr. Und: ich bin fast nur von Kollegen und Partnern umgeben, die mir Gutes wollen – eine echte Parallelwelt. So toll.

Was verursacht dir Stress?

Die Summe an Aufgaben ist meistens mehr als ich schaffen kann, das heißt, es bleibt immer etwas liegen. Das stresst mich, weil letztlich alles und alle wichtig sind. Das ist es aber eigentlich. Vor zwei Jahren gab es jemanden, der mir konkret schaden wollte im Kollektiv, und ich war nicht vorbereitet. Das war auch stressig, aber mittlerweile habe ich ein wirksames Instrumentarium dafür. Also, ganz klar: Zuviele Aufgaben stressen mich, aber es werden leider nicht weniger.

Kannst du dir vorstellen, nicht mehr zu arbeiten?

Nein. Weniger arbeiten, das schon, aber gar nicht? Damit würde ich sicher nicht glücklich.

Was macht dich froh/glücklich?

Die Gesichter von Leuten aus der “normalen” Wirtschaft, wenn sie erfahren, dass es auch ganz anders gehen kann. Von ungläubigem Kopfschütteln über sehr nachdenkliche Stirnfalten bis breitem Grinsen ist alles dabei. Großartig! Sollte ich mal foto-dokumentieren und eine Ausstellung damit machen… oh. Ich wollte ja weniger arbeiten :-)

Mehr dazu: Uwe im Gespräch mit Podcaster Holger Klein ist hier zu hören.

Und ein Interview in der Wiener Zeitung  

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