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  • SONY DSCMario on the piano
  • Achtung, dieser Film kann Ihr Leben verändern!Achtung, dieser Film kann Ihre Perspektive verändern!
  • Johannes Frühmann und Mario RampitschJohannes Frühmann und Mario Rampitsch

Achtung, dieser Film kann Dein Leben verändern!

Der Dokumentarfilm KICK OUT YOUR BOSS war für viele, die daran mitgearbeitet haben und die damit in Berührung gekommen sind, ein Katalysator. Er hat beschleunigt, was ohnedies in der Luft lag, aber noch einen Kick gebraucht hat.

von Elisabeth Scharang

Während der Dreharbeiten zu dem Film ist meine Produzentin Gabriele Kranzelbinder drei Monate ausgestiegen. Sie ist nicht nach Indien gefahren und hat auch keine Weltreise gemacht. Sie hat in Kärnten in einem Hotel an der Rezeption gearbeitet; das wollte sie schon als Kind. Ein temporärer Perspektivenwechsel. Die Erfahrungen als Arbeitnehmerin, also nicht die eigene Chefin zu sein, waren sehr spannend, erzählt sie mir als wir uns in Graz, einen Tag vor der Weltpremiere von KICK OUT YOUR BOSS treffen.

Meine Produktionsleiterin ist gerade für Monate in Argentinien, sie will Tango tanzen. Vielleicht bleibt sie am anderen Ende der Welt. Mal schauen, was das Leben so bringt.

Mario Rampitsch und Johannes Frühmann von En Garde, mit denen ich zu Ricardo Semler nach Brasilien gereist bin, stehen ein Jahr nach dem Ende der Dreharbeiten auf komplett anderem Boden. Mario hat sein bisheriges Leben hinter sich gelassen, konsequent, wie alles was er tut. Er macht Musik und er macht Wein.Und Johannes folgt ohne Kompromisse dem, was ihn begeistert, und hat seine Visitenkarten und  die leitende Funktion bei En Garde zurückgelegt. Es geht um Bewegung, darum, auszuprobieren und nicht einem Plan zu folgen, der einem nicht erlaubt, das Tempo zu ändern oder links abzubiegen. Außerdem: woher kommen diese Pläne? Wer hat sie geschmiedet? Die Vorstellungen und Erwartungen der anderen oder ein Selbstbild, für das man sich ziemlich verbiegen muss und dem man dann immer noch nicht gerecht wird?

Und was für Vorstellungen und Erwartungen habe ich?

Wie ist man als Regisseurin? Was will man als Dokumentarfilmerin? Wieviel Dialog lasse ich beim Drehen zu und wieviel Freiraum haben die Menschen vor meiner Kamera, meinen Erwartungen NICHT zu entsprechen?

Kurz um: Was habe ich gelernt?

Einmal mehr, Verantwortung zu übernehmen, aber auch Verantwortung abzugeben. Wie sagt der Brasilianer Ricardo Semler so schön im Film: SEMCO heute ist nicht das, was ich wollte, sondern es ist das, was alle MitarbeiterInnen bereit waren, einzubringen und umzusetzen.

Das ist so wie mit dieser Online-Plattform, auf der ihr euch gerade befindet. Ich hatte eine Vorstellung von diesem Projekt und jetzt sitzen unterschiedliche tolle Menschen in verschiedenen Städten an ihren Computern und schreiben von dort aus ihre Geschichten für diese Webseite, die durch niemandes Rotstift korrigiert werden. Jede und jeder hier verantwortet, was er/sie den Leser- und UserInnen erzählen will, was er/sie wichtig findet. Wir arbeiten auf Augenhöhe miteinander und versuchen, auch mit den LeserInnen auf Augenhöhe zu kommunizieren.

Ob das funktioniert? Ob das irgendwen da draußen interessiert? Wir wissen es noch nicht. Ja, wir hatten unerwartet viele Reaktionen auf Facebook in sehr kurzer Zeit. Danke dafür! Es ist wichtig, wahrgenommen zu werden. Und es ist wichtig, sich anderen mitzuteilen, auszutauschen, zu wissen, dass man nicht alleine ist, mit dem was man denkt und fühlt. Wir sind interessiert an euren Geschichten, Gedanken, Kommentaren. Und ich bin gespannt, wo wir dankt in ein paar Monaten stehen. Vielleicht habt IHR dann diese Seite übernommen und ich bin bereits ganz woanders.

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